Minecraft

minecra2Nüchtern aus der Perspektive eines langjährigen Spielers betrachtet dämmert die Spielelandschaft vor sich hin. Auf Folge 10 kommt Nummer 11 oder im Rahmen der Retrowelle werden alte Spiel neu aufgegossen. Da freut sich der Kolumnist über jede Neuerung in dem xten Teil einer Spielserie. Gut, dass es die innovative Indie-Szene gibt. Da sitzen motivierte junge Leute und programmieren Softwareperlen, die nicht gleich mit solch bombastischer Grafik und majestätischen Klängen herkommen wie die Titel großer Publisher. Teilweise vertreiben die mutigen Entwickler ihre Produkte auch selbst. Toll, wenn sich so der Erfolg einstellt.
Marcus Peerson programmierte sein Spiel komplett in der Sprache Java. Schon erstaunlich, weil die meisten Spiele im Web auf Flash oder den Hochsprachen wie C++ basieren. Er schaffte es eine interessante Idee mit einer erfolgreichen Spielperspektive und einer ungewohnten Grafik zu koppeln. Natürlich baute Peerson in seiner Kindheit mit bunten Plastikklötzchen aus Lego. Andere Erklärungen für die Spielidee erscheinen müßig.

Ego-Perspektive findet sich gewöhnlich in Shootern oder Rennspielen. Ein Bauspiel in dieser Präsentation erscheint zunächst ungewohnt, macht aber rasch Sinn und vor allem Spaß. Nach dem Start findet sich der Innovationsfreudige in einer Landschaft wieder, die sich aus groben Pixeln zusammensetzt. Aus der Ferne betrachtet sieht diese Pixel klein aus wie ein normales Spiel auf dem Monitor. Die Pixel ganz nah dran erinnern an Quader, welche sich lediglich in der Farbgebung unterscheiden. Von der eigenen Spielfigur bleibt auf dem Bildschirm nur die eigene grobe Bauhand über. Diese zertrümmert Blöcke vor, über oder unter sich. So entsteht rasch die erste Mine. Einfach tief hinunter graben, aber natürlich immer auf eine Möglichkeit zur Rückkehr nach oben achten. So losgetrümmert fördert vielleicht bald Edelsteine zu Tage. Oder Ungünstiges wie Zombies. Der Käfig, der die Zombies ausspuckt, besitzt eine besondere Eigenschaft. Schafft der Minecrafter es den Käfig an die Oberfläche zu befördern, kommen aus diesem keine Zombies mehr, sondern Klötzchen-Schweine. Die Farben der Quader stehen für ihre Beschaffenheit. Da gibt es Holz, Metall, Stein usw. Durch Kombination von Materialien entstehen neue Werkzeug. So entseht aus Holz und Metall eine Steinhacke, die sich als hilfreich erweist. Aber nicht zu lange aufhalten, denn nachts sollen die Zombies nach oben kommen.

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Die ungewohnt grobschlächtige Grafik schreckt zunächst ab. Nach einiger Gewöhnung zeigt sich aber das Potential des Spiels. So baute etwa ein User das Raumschiff Enterprise in Originalgröße. Alleine schon dieses Projekt beweist die Möglichkeiten. Es entstehen nach und nach Häuser, Kathedralen oder ganze Städte. Auf Youtube gibt es viele Beispiele für Minecraft-Bauten. Und dies passiert alles im Singleplayer-Modus. Nicht auszudenken, was der Multiplayer-Modus in Zukunft bietet. Vom Entwicklungsstand befindet sich das Spiel in der Alpha-Phase. Die Website erlaubt es online auch kostenlos zu spielen. Die erweiterte Version, welche auch das Offline-Spiel gewährt, verkauft Peerson über seine Seite. Erfolgreich. Er sagte in einem Interview, das er zwar damit rechnete über den Verkauf des Spieles seinen Unterhalt zu bestreiten, aber nicht reich zu werden zu. Momentan scheint sich dies aber zu erfüllen. Über 22.000 schlaue Spieler kaufen das Spieler täglich weltweit. Denn der Preis steigt zukünftig. Bestimmt.

Fazit: Onlinespiel-Tipp mit hohem Kaufrisiko.

Pädagogisches: Klasse Sache für Kinder und Jugendliche mit unheimliches Kreativitätspotential. Aus Jugendschutzsicht natürlich wieder bedenklich, weil keine regelmäßige Kontrolle stattfinden wird und dementsprechend Leute mit perversem Potential auf kinder- und jugendbeeinträchtigende und -gefährdende Inhalte kommen können.

Link zum Spiel

(System: ab 2 GHZ-CPU mit Open-GL-Grafik/ Entwickler: Marcus Peerson/ Preis: 10 €/ USK: nicht geprüft, würde aber bei der Prüfung eine Freigabe ab 12 Jahren erhalten)