byte42-Spiel des Jahres: Angry Birds

angry_birds01 Die Smartphones und IPods befanden sich dieses Jahr auf dem Vormarsch. Neben dem IPhone etablierten sich vor allem Smartphones mit dem Android-Betriebssystem auf dem Markt. Die Google-Handys verloren dieses Jahr den bitteren Beigeschmack der Überwachung. Spätestens nach der Aufregung über den Google-Dienst Street View, gegen den lediglich etwas über 210000 Widersprüche bei Google eingingen. Street View ist schick, Android ist cool. Das meint jedenfalls auch Facebook-Milliardär Mark Zuckerberg, der sein Iphone auf den Müll warf und sich ein Android-Handy zulegte. Das Spiel des Jahres zeigt die unterschiedliche Philosophie: Für’s Iphone kostet die Spiele-App Geld, Android-Besitzer bekommen es kostenlos, ertragen dafür aber tapfer Werbeeinblendungen.

Es gibt Spiele, die wandern schnell in den virtuellen Papierkorb, und es gibt Spiele, da macht es sogar Spaß sie komplett durchzuspielen. Dieser Titel gehört zur 100% Ecke. Die Story: Die Schweine klauen den Vögeln die Eier und die Vögel schlagen zurück. Leider gelingt das dem sauren Federvieh nicht so schnell, denn die Schweine zogen sich nach dem Eierraub in alle möglichen Festungen und Bunker zurück. Gegen die feigen Säue setzen die Vögel Schleudern und Katapulte ein. Als Munition nutzen sie ihresgleichen. Die Aufgabe des Smartphonisten besteht darin die Vögel mit der Schleuder so auf die Schweineburgen zu werfen, dass diese einstürzen und die Schweine unter sich begraben. Dazu stehen Vögel mit verschiedenen Fähigkeiten zur Verfügung, wie etwa kleine Kamikazeflieger, die auf Knopfdruck nochmal richtig Gas geben, oder Hühner, die Bomben werfen. Nach der Beseitigung der Schweine erteilt das Programm für noch nicht geworfene Vögel Bonuspunkte. Je nach Punktezahl ergattert der Stratege bis zu drei Sternen.

60 Level bieten von „ganz einfach“ bis „kaum zu schaffen“ die ganze Bandbreite. Um die drei ersehnten Sterne zu bekommen kommt es manchmal nur auf ein paar Pixel mehr oder weniger beim Abschuss an.

Die Grafik kommt für App-Verhältnisse super daher. Den Vögeln bei ihrem Flug zuzusehen bereitet richtig Freude. Sogar die Schweine sehen mit ihren blauen Augen und den Stahlhelmen richtig knuddelig aus. Kein Effektefeuerwerk für pyromanisch Veranlagte stört die Bilderbuchatmosphäre. Beim Sound allerdings geht das ewige Vogelgequietsche irgendwann auf den Senkel. Nur gut, dass der Vogel-Schweine-Konflikt auf Smartphones läuft und dass diese Multimediamaschinen es erlauben, während der Bestrafung der Eierdiebe die eigenen Lieblingssongs zu hören.

Pädagogisches: Da beginnen die Smartphones doch Nintendo den Rang als Handheld-Führer abzulaufen. Unglaublich. Die Vertriebsstrategie und der damit verbundene Traum zu Geld zu kommen, lockt viele Entwickler mit witzigen Ideen hinter dem Ofenrohr hervor. Fein, denn das Spiel fängt spaßig und leicht an, entwickelt sich aber immer mehr zur Denkaufgabe. Der Tüftler kommt hier voll auf sein Kosten. Ein Spiel für alle ab 8 Jahren. Jungen vielleicht eher als Mädchen, die vielleicht mit Highscore nichts anfangen können oder (viel gesünder) wollen. (Dies soll keine sexistische Aussage sein.)

(System: Smartphones ab 1 Ghz-CPU/ Entwickler: Rovio/ Preis: kostenlos bis 3 € (je nach Smartphone-Hersteller)/ USK: nicht geprüft, würde aber ab 6 Jahren freigegeben werden)

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